Stadtteilgarten

Die Idee…

des Gartens wurde von Mitarbeitenden des Kinderhauses der Begegnungsstätte entwickelt; die an den Spielplatz H6 angrenzende, zum Teil ungenutzte Fläche sollte für den Stadtteil nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig sollte ein Anreiz geschaffen werden, den Platz mitzugestalten und für ihn Verantwortung zu übernehmen.

Was hat das Projekt mit der Lokalen Agenda zu tun ?
Die Planung des Projektes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt der Stadt Mannheim. Bei einer Mitgliederversammlung des Trägervereins der Begegnungsstätte wurden Helferinnen und Helfer aus dem Stadtteil geworben; der Kreis erweiterte sich im Laufe der Zeit. Die Beteiligten verstanden sich schon während der Planungsphase als Teil der Mannheimer Agenda 21.

Was wurde unternommen ?
Das Gelände wurde im September 2000 entsprechend den erarbeiteten Plänen umgestaltet. Unvorhergesehene Probleme mussten bei den Rodungsarbeiten und beim Bau des Gartenzaunes bewältigt werden, um die Bausubstanz der angrenzenden Tiefgarage nicht zu schädigen. Anfang des Jahres 2001 wurde ein Wettbewerb zur Namensgebung veranstaltet. Da die eingegangenen Vorschläge nicht überzeugten, wurde der Arbeitstitel “Stadtteilgarten” seither als Name beibehalten. Am 27. April 2001 wurde der Stadtteilgarten im Rahmen eines „Umwelttages“ – unter Einbeziehung weiterer Stadtteilakteurinnen und -akteure der Stadtteilkonferenz Westliche Unterstadt -eingeweiht.
DIe offizielle Begrüßung erfolgte durch Herrn Bürgermeister Lothar Quast sowie einem Vertreter des Ministeriums für Umwelt und Verkehr des Landes Baden-Württemberg. Viele Gäste aus dem öffentlichen Leben, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtteileinrichtungen sowie Stadtteilbewohnerinnen und -bewohner nahmen an dem Fest teil.

Eine Gruppe von sechs Personen erarbeitete Regeln zur Nutzung des Gartens, die sich auf die Nutzungszeiten, die Zugangsberechtigung und die Haftung erstrecken. Interessierte können einen “Gartenausweis” beantragen, mit dem der Gartenschlüssel gegen ein geringes Pfand abgeholt werden kann.

Projektziele
Gestaltung eines Stadtteilgartens mit bürgerschaftlicher Beteiligung von Kindern und Erwachsenen aus der Westlichen Unterstadt

Soziales
Kinder aus dem Stadtteil, meist zwischen 6-12 Jahre, halten sich bei guten Wetterverhältnissen meist draußen auf dem Spielplatz oder dem Hof vor der Werkstatt auf. Im Rahmen der Spiel-, Bastel- und handwerklichen Angebote versuchen wir Stadtteilkinder u.a. an die Natur, die in einer Großstadt wie Mannheim kaum erlebbar ist, heranzuführen. Der an den Spielplatz angrenzende und seinerzeit ungenutzte Teil der Freifläche sollte für den Stadtteil nutzbar gemacht, der Platz belebt und als Rückzugsraum für Menschen des Stadtteils gestaltet werden, denen der Spielplatz mit seinen Sitzflächen aufgrund der hohen Frequentierung zu laut ist. Es sollte ein Anreiz geschaffen werden, ihn mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Die Förderung des sozialen und ökologischen Bewusstseins war uns ein wichtiges Anliegen. Der Platz liegt in einem stilleren Winkel, der geradezu für Drogenhandel und -missbrauch prädestiniert war. Auch wurde er als Müllhalde für leere Dosen, Flaschen oder sonstige Abfalle verwendet. Um Hundehalter davon abzuhalten, ihren Hund in den Garten zu führen und zum Schutz vor Vandalismus wurde ein Zaun angebracht.

Ökologie
Die Heranführung und. Sensibilisierung von Kindern und Erwachsenen in den Bereich „Ökologie“ war ein weiterer wesentlicher Aspekt.
Bei der Umgestaltung der Grünfläche wurden ökologische Aspekte (baubiologische Materialien, z.B. Natursteinbeläge, Holzbänke, Einsatz von ökologischen Materialien, z. B. Verwendung von Komposterde, organischem Dünger, Holzbaustoffe, Palisaden, Ranksysteme, Zaun) berücksichtigt.
Nach Fertigstellung des Gartens wurde ebenfalls angedacht Fachleute einzuladen, die über biologischen Pflanzenschutz, Bodenbearbeitung, Kompostierung, Düngen, Schädlingsabwehr usw. informieren und Fragen beantworten. Leider konnten wir dieses Ziel aufgrund der fehlenden personellen Ressourcen noch nicht umsetzen. Bei Interesse werden wir in einer Mitgliederversammlung des Vereins den Punkt gerne aufnehmen und nach Möglichkeiten der Realisierung schauen.

Ökonomie
Die Umgestaltung der vorhandenen Grünfläche in einen Stadtteilgarten konnte selbstverständlich nur mit Unterstützung von Fachkräften erfolgen. Das Grünflächenamt der Stadt Mannheim übernahm deshalb die Bauleitung und Koordination und leitete nach der Projektbewilligung durch das entsprechende Ministerium von Ba-Wttbg. die erforderlichen Ausschreibungsmaßnahmen ein. Hierdurch wurde arbeitslosen Menschen eine sinnvolle Tätigkeit vermittelt, die es ihnen ermöglichte eigene Ideen einzubringen und sich mit Hilfe der fachlichen Anleitung zu qualifizieren. Wie sich später herausstellte, gelang es einigen aufgrund dieser Beschäftigungsmaßnahme auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Für Arbeiten, die nicht von Fachkräften übernommen werden mußten, konnten Vereinsmitglieder und Stadtteilbewohner hinzugezogen werden. Nach Beendigung der Umgestaltungsarbeiten im Frühjahr 2001 wurde die Koordination der mit dem Stadtteilgarten verbundenen Folgeaufgaben von den Projektverantwortlichen übernommen!
Der Stadtteil „Westliche Unterstadt “ erfuhr durch dieses nachhaltige Projekt eine Aufwertung.

Partizipation
Im Vorfeld der Planungen wurden mehrere Bewohnerinnen und Bewohner, deren Wohnungen an die Grünfläche angrenzen, angesprochen und nach ihrer Bereitschaft zur Unterstützung und verbindlichen Mitverantwortung befragt. Einige begrüßten dieses Projekt sofort und sagten ihre Mithilfe – auch für die Zukunft – zu. Sofort nach Bewilligung des Projektes wurde ein Rundschreiben herausgegeben, in dem das Projekt erläutert und ein Termin vereinbart wurde, um gemeinsam Details für die Umsetzung zu diskutieren. Der Stadtteilgarten sollte öffentlich zugänglich sein. Hierzu waren bestimmte Voraussetzungen erforderlich, wie Aufstellung von verbindlichen Regeln (z. B. wer von den Bürgerinnen übernimmt für den Zugang am Wochenende und an Feiertagen die Verantwortung?)
Der Garten wurde von einem 1,80 m hohen Zaun mit einer abschließbaren Türe umrandet, der im Laufe der Zeit durch die Bepflanzung von Ranken und Gewächsen verschönert wurde. Der Zaun wurde für alle einsehbar gestaltet, damit interessierte Mitbürgerinnen sich vom Geschehen überzeugen können. Hierdurch soll die Motivation und das Interesse geweckt werden, sich weiterhin verantwortlich am Stadtteilgarten-Projekt zu beteiligen. Nach Beendigung der Umgestaltungsphase gibt es vom Frühjahr bis in den späten Herbst viele Arbeiten im Garten zu verrichten, die einer intensiven und kontinuierlichen Pflege bedürfen.
DIe Vereinsmitglieder Baki Cerit und Claudia Edwards haben im Frühjahr 2007 die Verantwortung für die Pflege und Instandhaltung des Stadtteilgartens übernommen. Wer sich für eine Beteiligung an der Gartenarbeit interessiert, kann sich unter der Rufnummer 25846 an die Geschäftsstelle wenden.

 

STADTTEILGARTEN – REGELN

 

1. Allgemeine Nutzungszeiten des Stadtteilgartens
Montag 15.00 – 22.00 Uhr
Dienstag bis Freitag 13.00 – 22.00 Uhr

Damit orientieren sich diese Nutzungszeiten an den Öffnungszeiten vom Café’ Filsbach.
Davon abweichende Nutzungszeiten sowie die Nutzung an Wochenenden (Samstag/Sonntag oder Feiertage) sind nach vorheriger Vereinbarung möglich.
Bei Anbruch der Dunkelheit muss der Garten abgeschlossen werden.

2. Zugangsberechtigung/Nutzungsrecht
Grundsätzlich haben Mitglieder des Vereins Begegnungsstätte Westliche Unterstadt sowie Anwohnerinnen und Anwohner des Stadtteils Westliche Unterstadt das Recht, den Garten als Erholungsraum zu nutzen.
Um den Garten betreten zu können, ist zuvor der Schlüssel hierzu in der Regel an der Theke vom Café Filsbach gegen ein Pfand abzuholen, Spende erwünscht. Für die Ausstellung des Gartenausweises wird eine Bearbeitungsgebühr erhoben. Diese beträgt z.Zt. 5 €.
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre dürfen nur in Begleitung Erwachsener in den Garten.
Haustiere sind im Garten nicht erlaubt.

3. Gartenordnung

Bei der Nutzung des Gartens ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Pflanzen und kein Gartenmobiliar beschädigt werden. Ferner ist auch auf Sauberkeit zu achten und dafür zu sorgen, dass vom Garten keine Lärmbelästigung für die Anwohner ausgeht. Der persönliche Müll ist zu Hause zu entsorgen (Müllbeutel mitbringen).

Mehrmals im Jahr sollten sich regelmäßig GartennutzerInnen an der gemeinschaftlichen Gartenarbeit (Gießen, Unkraut entfernen, Fegen, Laube säubern usw.) beteiligen. Kontaktperson ist  das Vereinsmitglied Enver Enli und Nuri Cihanbeyli  (Mitarbeiter und Vereinsmitglied).

4. Haftung
Jede Nutzerin bzw. jeder Nutzer ist während der Aufenthaltszeit im Garten für diesen verantwortlich. Sie oder er hat während dieser Zeit das Hausrecht über diesen Garten, wenn keine Mitarbeitenden der Begegnungsstätte sich darin aufhalten.
Wer von der Begegnungsstätte den Schlüssel gegen Empfangsbestätigung erhalten hat, haftet für diesen bei Verlust oder Beschädigung. Deshalb sollte der Schlüssel in der Regel immer in der Begegnungsstätte zurückgegeben werden. An Wochenenden gibt es individuelle Regelungen.

Bei Verlassen des Gartens ist dieser abzuschließen, falls niemand anderes den Gartenschlüssel übernimmt.

Bei der ersten Nutzung des Gartens wird von der Nutzerin oder dem Nutzer eine Karteikarte mit den notwendigen Personalien angelegt, die Name, Anschrift, Telefon und Ausweisnummer des amtlichen Ausweispapiers enthält und die Bearbeitungsgebühr gegen Quittung bezahlt.
Mit der Unterschrift bestätigt die Nutzerin bzw. der Nutzer außerdem den Erhalt der Nutzungsbedingungen für den Garten. Ohne diese rechtsverbindliche Unterschrift auf der Karteikarte kann der Gartenschlüssel nicht ausgehändigt werden.

Stand: 04/2013

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